jumpToMain
17550

21/07/2014 | Tipps und Tricks

Der Krimp bei Pistolenpatronen

Seit Jahren begleitet mich folgende Frage: Welcher Krimp ist richtig für meine Patronen im Kaliber .38 Super? Im Kreise der Schützengemeinde IPSC habe ich schon viele verschiedenen Meinungen gehört und diverse Beispiele begutachtet.

Die Meinungen gingen vom übermäßigen, einschneidenden Rollkrimp, welcher nach Aussage des Inhabers einige Zehntel Grains an Pulver sparen soll, bis hin zu solchen, die dem Krimp keine weitere Beachtung schenken. Jeder hat da seine „Expertenmeinung“.

Folgende Faktoren sind für mich wichtig:

1. Zufuhrsicherheit beim Ladevorgang der Pistole

2. Präzision (Schussbild)

3. Gleichmäßiger Auszugswiderstand (Druckverlauf, Geschwindigkeit)

Um die Zufuhrsicherheit zu gewährleisten lege ich den Hülsenmund ganz leicht an das Geschoss an. Da ich eine zylindrische Hülse verwende, kann mit einem Haarwinkel oder einem Lineal der Krimp gut visuell nachvollzogen werden. Als Kontrolle delaboriere ich jeweils eine Patrone und begutachte das Geschoss, es sollten fast keine Spuren bemerk-bar sein.

Bei zu fest gekrimpten Patronen, bei denen der Hülsenmund regelrecht in das Geschoss eingeschnitten wird, habe ich eine schlechtere Präzision festgestellt. Zudem habe ich bemerkt, dass sich der Ausziehwiderstand merklich verringert hat und das Geschoss zum Teil sogar von Hand gedreht werden konnte.

Anlässlich der Testphase RS24 im Sommer 2013 konnte ich verschiedene Tests in den Schiesskanälen in Wimmis mitverfolgen. Sehr praktisch war hier die Maschine zum Ge-schossziehen, welche zugleich den Auszugswiderstand messen kann.

Erstaunlich war, dass die Patronen mit einem „Rollkrimp“, also den Hülsenmund in das Geschoss eingeschnitten, den geringsten Auszugswiderstand hatten. Patronen, die den Hülsenmund nur leicht angelegt haben und das Geschoss auf der ganzen zylindrischen Länge von der Hülse gehalten wird, hatten den größten Widerstand. Zudem war die Ge-schwindigkeit am regelmäßigsten.

Wichtig für zuverlässige Wettkampfpatronen ist, dass man immer die gleiche Hülsensorte verwendet. Die Wandstärken können je nach Hersteller stark variieren und somit den Krimp beeinflussen. Mein Fazit: Statt einem starken Krimp bevorzuge ich eine Große Kontaktfläche Hülsenmund / Geschoss und erreiche so die notwendige Funktion.

Sportliche Grüße
Dominic Meier

The perfect hit!
© 2024 Reload Swiss